Allgemeinzahnärzte gegen Gesundheitskarte
„
wenn er auf höchstem technischen Niveau daherkommt!”
Pressemitteilung vom 26.8.2008
Nicht nur die technischen Unzulänglichkeiten machen aus Sicht des
Berufsverbandes der Allgemeinzahnä
Gesundheitskarte (eGK oder auch eCard) überflüssig: „Die rund 55.000
deutschen Zahnärzte brauchen die Karte nicht, weil diese
zahnmedizinisch sinnlos ist”, urteilt Dr. med. dent Günter Kau, der
Vorsitzende des BVAZ: „Es gibt keinen Grund für den Zahnarzt, sich auf
dieses Kartensystem mit all den damit im Zusammenhang drohenden
Problemen einzulassen.
Der von Protagonisten wohl am häufigsten genannte Vorteil eGK soll es
sein, Diagnosen und Medikamenten
so dass „Ärztehopping”
kumulierte Nebenwirkungen durch einen „Medikamenten
ausgeschlossen werden können. Anders aber als z.B. Allgemeinärzte oder
Internisten arbeiten Zahnmediziner mit nur wenigen Medikamenten, von
denen die meisten auch noch gängige Schmerzmittel oder Antibiotika
sind. Zudem verordnen Zahnärzte traditionell zurückhaltend. So sind
die sonst im Zusammenhang mit einer übermäßigen Gabe von Medikamenten
befürchteten Nebenwirkungen gering. Und ein Ärztehopping einzelner
Patienten, um dennoch an die gewünschten (zusätzlichen) Medikamente
kommen zu können, schließt sich schon aufgrund der völlig anderen
Arbeitsweise aus: Anders als ein Allgemeinmediziner oder ein
Internist, der bei seiner Medikation auf die Angaben des Patienten und
höchstenfalls auf Laborwerte angewiesen ist, kann der Zahnarzt meist
sehr deutlich im Mund ablesen, ob und wann der Patient bei einem
Kollegen war.
Da der Patient das Recht hat, einzelne Daten ausdrücklich nicht
vermerken zu lassen, sind die Daten konsequenterweise nicht immer
vollständig. Dadurch geht aber der Nutzen für den Praktiker gegen Null
– er muss ja sowieso noch mal nachfragen. Also gibt es – außer dem
verwaltungstechnisc
Versicherten und dem Aufdruck seiner lebenslang gültigen
Versicherungsnummer - keinen medizinischen Grund für den Zahnarzt,
sich auf dieses Kartensystem einzulassen.
Wenn schon die grundsätzliche Notwendigkeit einer solch aufwändigen
Gesundheitskarte für Zahnärzte nicht gegeben ist, müssen Zahnärzte
über die technische Sicherheit gar nicht mehr diskutieren, so Kau:
„Unsinn bleibt Unsinn, auch wenn er auf höchstem technischen Niveau
daherkommt. Bis jetzt wurde jedes angeblich noch so sichere IT-System
geknackt. Vor 25 Jahren hätte der Chef der Stasi auch mit voller
Überzeugung gesagt, die Akten seien sicher aufgehoben”, so der
BVAZ-Präsident.
Denn noch größer als die Gefahr eines illegalen Datenmissbrauchs ist
aus Sicht des BVAZ die Gefahr, dass die Daten ganz offiziell
missbraucht werden dürfen – solche intimen Daten wecken eben einfach
Begehrlichkeiten. Dass eine große deutsche Krankenkasse wohl
Patientendaten an ein US-amerikanisches Callcenter übermittelt hat,
von dem aus dann Patienten gesteuert „medizinisch beraten” wurden,
zeigt, wie schnell Daten auch von als „sicher” eingeschätzten Quellen
an kommerzielle Anbieter für die unterschiedlichsten Aufgaben gelangen
können.
Der Berufsverband der Allgemeinzahnä
ausdrücklich die Initiative „Stoppt die eCard”. Auf ihrer Webseite
http://www.stoppt-
Unterschriftenformu